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2000

Kleine Hufeisennase

Kuratorium Wald

Kleine Hufeisennase

Rhinolophus hipposideros (Bechstein, 1800)

FFH-Art 1303

Systematik:

Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Familie: Hufeisennasen (Rhinolophidae)

Hauptmerkmale:

Die Kleine Hufeisennase ist mit einer maximalen Flügelspannweite von 25 cm und einem Gewicht von rund 6 g die kleinste europäische Rhinolophus-Art und deutlich kleiner als die Große Hufeisennase (Rhinolophus ferrumequinum). Kennzeichnend ist der hufeisenförmige, fleischige Nasenaufsatz. Das Fell der zierlich gebauten Tiere ist locker, weich und oberseits graubraun gefärbt. Die Unterseite ist gelblichbraun bis grauweiß.

Lebensraum (Habitat):

Die Wochenstuben der wärmeliebenden Kleinen Hufeisennase befinden sich in Österreich vor allem in Dachböden diverser Gebäude (Kirchen, Schlösser, Schulen, etc.) mit großen Ein- und Ausflugsmöglichkeiten.
Wälder verschiedenster Ausprägung haben für diese Art eine große Bedeutung. Die nächtliche Jagd erfolgt bevorzugt in Laubwäldern und halboffenen Landschaften (Streuobstwiesen, Parks, etc.). Hierbei ist eine gute Anbindung in Form von strukturgebenden Landschaftselementen zu den Wochenquartieren wichtig.
Als Winterquartiere werden Höhlen, Stollen und Keller mit jeweils hoher Luftfeuchtigkeit genutzt.

Rhinolophus_hipposideros_in_Rosa_Saviott
Kleine Hufeisennase Schlafposition

Biologie

Die aktive Zeit der Kleinen Hufeisennase beginnt in der Regel im März, wobei ab Mitte April die Wochenstuben bezogen werden. Die Weibchen bringen zwischen Ende Juni und Anfang August ein Junges zur Welt.
Gejagt wird erst bei völliger Dunkelheit, immer in direkter Näher von den Quartieren. Die Tiere jagen in langsamen, wendigem Flug in dichter Vegetation. Die Flughöhe kann zwischen 0,5 Metern über dem Boden bis zur Krone großer Bäume reichen. Erbeutet werden vor allem kleine Insekten aus den Gruppen Käfer, Fliegen und Nachtfalter.
Ende September werden die Wochenstuben verlassen. Die Paarungszeit beginnt im Herbst und dauert bis zum kommenden Frühjahr.
Wanderungen zwischen Sommer- und Winterquartieren betragen zumeist nur wenige 5 bis 20 km.

Verbreitung

Europa:

in Bearbeitung!

Österreich:

In Österreich sind Kleine Hufeisennasen in allen Bundesländern nachgewiesen, wobei jedoch erhebliche Unterschiede in den Vorkommen und in der Populationsentwicklung vorliegen.
Kärnten und die Steiermark sind im Sommer mit zahlreichen Wochenstuben der Verbreitungsschwerpunkt dieser Art in Österreich.

 

Vorkommen in Natura 2000-Gebieten:

Gefärdung

& Maßnahmen

Status rote Liste Österreich:

gefährdet (VU)

Status FFH-Richtlinie:

Anhang II und IV

Gefährdungsursachen:

Hauptgefährdungsursachen für die Kleine Hufeisennase stellen Lebensraum- und Quartierverluste (Kultur- und Nutzungswandel der Landschaft) dar. Zudem sind Bestände durch den Einsatz von Pestiziden (Insektizide, Holzschutzmittel) gefährdet. Vorarlberger und Tiroler Vorkommen sind wesentlich stärker gefährdet als weiter östlich beheimatete. Tieflandpopulationen sind großteils bereits erloschen.

Mögliche Schutzmaßnahmen:

Effizienten Artenschutzmaßnahmen muss eine Kausalanalyse für allfällige Bestandsrückgänge sowie der Quartier- und Habitatnutzung auf regionaler Ebene vorausgehen.

Erhaltung/Förderung der Wochenstuben- und Winterquartiere als Wohn-, Brut- und Zufluchtstätten sowie der Jagdhabitate der ArtErhalt/Förderung einer struktur- und nahrungsreichen Landschaft (mit Wäldern) in der Umgebung von Quartieren