Cucujus_cinnaberinus_part_edited.jpg

SEIT

2000

Scharlachroter Plattkäfer, Scharlachkäfer

Kuratorium Wald

Scharlachroter Plattkäfer, Scharlachkäfer

Cucujus cinnaberinus (Scopoli, 1763)

FFH-Art 1086

Systematik:

Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Käfer (Coleoptera)
Familie: Plattkäfer (Cucujidae)

Hauptmerkmale:

Cucujus cinnaberinus erreicht Körperlängen von 11 bis 15 mm. Die Tiere sind stark abgeplattet und unverwechselbar rot gefärbt. Der Kopf und das Halsschild sind hierbei leicht glänzend, während die Flügeldecken matt sind. Die von oben gut sichtbaren Oberkiefer sind hingegen schwarz.
Auch die Larven der Käfer sind flach und erreichen im letzten Stadium eine Länge von 26 mm.

Lebensraum (Habitat):

Der Käfer besiedelt Laub- und Mischwälder von der planaren bis in die montane Höhenstufe. Sie kommen in zwei unterschiedlichen Lebensraumtypen vor, nämlich in Auwäldern genauso wie in Bergwäldern.
Die Art ist der Großteil ihres Lebens unter der Rinde von toten oder absterbenden Bäumen zu finden. Bevorzugt wird eine Vielzahl unterschiedlicher Laub-, seltener auch Nadelholzgattungen, u.a. Eichen (Quercus), Buchen (Fagus), Ahorne (Acer), Weiden (Salix), Ulmen (Ulmus), Tannen (Abies), Fichten (Picea). In Auen werden vor allem Weichgehölze besiedelt, kommen aber auch Hybridpappel-Kulturen vor.
Der Käfer ist auf stehenden und liegenden, vor allem aber auf stark dimensionierten Stämmen (> 30 cm BHD) zu finden.

Scharlachkäfer Frontal

Biologie

Die Käfer sind sehr scheu und führen eine versteckte Lebensweise. Die Hauptaktivitätszeit der adulten Tiere fällt in die Monate zwischen April und Juni. Dann sind sie vor allem in den späten Nachmittagsstunden aktiv.
Die Eier werden in feine Risse und Spalten zumeist frisch abgestorbener Bäume gelegt. Die dünnen Larven leben unter der feuchten, morschen Rinde, die jedoch noch fest am Stamm sitzt und vollziehen wahrscheinlich 4 oder 5 Entwicklungsstadien. Die Larvenentwicklung dauert zwei Jahre, während die darauffolgende Puppenruhe nur 2 bis 3 Wochen andauert.
Die Käfer sind flugfähig, jedoch werden sie als reliktäre Art eingestuft.

Verbreitung

Europa:

in Bearbeitung!

Österreich:

In Österreich sind Nachweise aus Wien, Niederösterreich, Burgenland, Oberösterreich, Steiermark, Salzburg und Tirol bekannt. Die Schwerpunktvorkommen liegen in den Auen der Flüsse Donau, March, Leitha und Salzach. Der Großteil der Funde stammt aus der planaren Höhenstufe.

 

Vorkommen in Natura 2000-Gebieten:

Niederösterreich
Salzburg
Wien
Kärnten
Steiermark
Oberösterreich

Gefärdung

& Maßnahmen

Status rote Liste Österreich:

potentiell gefährdet (NT)

Status FFH-Richtlinie:

Anhang II und IV

Gefährdungsursachen:

Zu den Hauptgefährdungsursachen zählt der Mangel an Alt- und Totholz in potentiell geeigneten Waldlebensräumen. Die Käfer besiedeln auch wirtschaftlich uninteressantes Holz (z.B. Zitterpappeln), welches häufig in Wäldern mit moderner und intensiver forstwirtschaftlicher Nutzung fehlt

Mögliche Schutzmaßnahmen:

Erhöhung des Altholzanteils

Erhöhung von stehendem und liegendem Totholz

Positiver Effekt des Biber (Castor fiber) in Auwäldern

Erhalt/Förderung laubholzreicher Bergmischwälder