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2000

Spanische Flagge (Syn.: Russischer Bär)

Kuratorium Wald

Spanische Flagge (Syn.: Russischer Bär)

Euplagia quadripunctaria (Poda, 1761)

FFH-Art 1078

Systematik:

Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Eulenfalter (Noctuidae)

Hauptmerkmale:

Die Falter erreichen Flügelspannweiten zwischen 40 und 60 mm. Die Vorderflügel sind schwarz mit je drei weißlich gelben, welche in der unteren Hälfte ein markantes V bilden. Die Hinterflügel sind hingegen zinnoberrot mit mehreren blauschwarzen Flecken.
Die Raupe ist schwarzbraun mit einem aus orangegelben Flecken gebildeten Rückenstreifen und gelben Seitenstreifen. Die orangegelben Warzen tragen bräunliche Haarborsten.

Lebensraum (Habitat):

Als Lebensraum dienen dem Russischen Bären Laub- und Mischwälder (u.a. die FFH-Waldlebensraumtypen 9110, 9130, 9170, 91E0, 91F0, 91G0) und andere gehölzreiche Lebensräume. Die Art besiedelt eine Vielzahl unterschiedlicher Habitate, die allerdings beinahe durchwegs mit Waldlebensräumen in Verbindung stehen. Euplagia quadripunctaria ist eine wärmeliebende Art und besiedelt gerne südexponierte, wechselfeuchte bis trockene Wälder mit struktur- und blütenreichen Säumen. Angenommen werden auch mit Magerrasen durchsetzte Felshänge, die an Laubwälder grenzen oder sonstige, xerotherme Offenstellen im oder am Wald (Böschungen, Lichtungen, etc.). Die Falter kommen in der planaren und kollinen Stufe vor, Einzeltiere bis über 2000 m.

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Spanische Flagge mit offenen Flügeln

Biologie:

Der Schmetterling ist tag- und nachtaktiv. Untertags ruhen die Tiere im Blattwerk von Laubgehölzen, aber auch gern an Felswänden. An heißen Tagen besuchen die Falter Blüten. Besonders in Hochstaudenbeständen mit Distlen und Wasserdost (Eupatorium sp.) kann man sie bei der Nahrungsaufnahme beobachten. Sie nutzen aber auch viele andere Saugpflanzen, wie Zwerg-Holunder, Minze, Wilde Möhre, Wilde Karde, Dost, Natternkopf und in Gärten auch Schmetterlingsflieder.
Euplagia quadripunctaria fliegt in einer Generation von Mitte Juli bis Anfang September, mit Häufigkeitsmaximum meist Ende Juli bis Mitte August. Die Raupe überwintert jung und die Verpuppung erfolgt in einem grauen Gespinst am Boden. Sie entwickelt sich an einer Vielzahl von Kräutern und Hochstauden (z.B. Brennessel, Taubnessel, Weidenröschen, Geiskraut, Wasserdost), seltener auf Sträuchern (z.B. Himbeere, Brombeere, Haselnuss, Salweide, Heckenkirsche).

Verbreitung

Europa:

in Bearbeitung!

Österreich:

Die aktuelle Verbreitung von Euplagia quadripunctaria in Österreich umfasst sämtliche Bundesländer, wobei die Vorkommensdichte in einigen Regionen der Nordalpen sowie des Alpenvorlandes besonders hoch ist.

 

Vorkommen in Natura 2000-Gebieten:

Niederösterreich
Burgenland
Wien
Kärnten
Steiermark
Oberösterreich
Salzburg

Gefärdung

& Maßnahmen

Status rote Liste Österreich:

nicht gefährdet (LC)

Status FFH-Richtlinie:

Anhang II (prioritär)

Gefährdungsursachen:

Frühzeitiges und häufiges Mähen oder Mulchen der Vegetation (insbesondere von Wasserdostbeständen) entlang von Weg- und Straßenrändern, Böschungen, Gräben und Gewässerufern

Aufforstung von Böschungen, Bestandslücken, Lichtungen und Waldwiesen, vor allem mit Nadelhölzern (Fichte)

Ausbreitung von Neophyten, z. B. Japanischer Staudenknöterich, Drüsiges Springkraut

Ausbau und Asphaltierung von Forstwegen und Waldstraßen

Anlage von Wildgattern, da überhöhte Wildbestände die Raupennahrungs-, als auch Nektarpflanzen reduzieren können

Mögliche Schutzmaßnahmen:

Waldränder und hochstaudenreiche Säumen (vor allem mit Wasserdost) sowie waldnahe Grünlandbestände und Brachen erhalten

Waldbestände mit lichten Waldstrukturen schaffen bzw. erhalten

(Auch kleinflächige) Moor- und Feuchtstandorte erhalten

Aufgelassene Abbaugebiete im Wald belassen