
Biodiversitätslehrpfad
Am Himmel
Entdecke mithilfe von 10 Thementafeln die Vielfalt der Natur! Bei jeder Station wartet eine Frage — hier findest du die Antworten. Am Ende kannst du dein Wissen im Quiz testen.

Der Lehrpfad zum Thema „Biodiversität & Artenvielfalt“ führt dich über das Areal Am Himmel. Los geht’s bei der Infotafel am Spielplatz.
Scanne bei jeder Station den QR-Code in der Lupe oder tippe unten auf eine Station. Hast du alle 10 Stationen besucht? Dann ab zum Quiz!
Bäume

„Der Querschnitt eines Baumes verrät …“
… wie alt der Baum ist und wie es ihm in jedem einzelnen Jahr ergangen ist. Jedes Jahr legt der Baum unter der Rinde eine neue Holzschicht an: Im Frühling wächst helles, lockeres Frühholz, im Sommer dunkleres, festes Spätholz. Zusammen ergeben sie einen Jahresring. Zählst du die dunklen Ringe von der Mitte bis zur Rinde, kennst du das Alter des Baumes.
Breite Ringe bedeuten gute Jahre mit viel Regen und Wärme, schmale Ringe magere Jahre, etwa mit Trockenheit. Liegt die Mitte nicht im Zentrum, hat der Baum schief gestanden oder auf einer Seite mehr Licht bekommen. Auch Narben von Verletzungen, Blitzschlag oder Feuer bleiben im Holz sichtbar.
Von außen nach innen siehst du außerdem den Aufbau des Stammes: die schützende Borke, den Bast, der Zucker von den Blättern zu den Wurzeln transportiert, das hauchdünne Kambium, in dem das Wachstum passiert, das wasserleitende Splintholz und in der Mitte das oft dunklere Kernholz.
Wusstest du?
Die Wissenschaft, die Holz anhand seiner Jahresringe aufs Jahr genau datiert, heißt Dendrochronologie. Liest man aus den Ringen das Klima vergangener Jahrhunderte ab, spricht man von Dendroklimatologie.
Wald und Wildtiere

„Ist der Hirsch der „Mann“ des Rehs?“
Nein! Reh und Rothirsch sind zwei verschiedene Tierarten. Beide gehören zwar zur Familie der Hirsche, können sich aber nicht miteinander paaren.
Beim Reh heißt das Männchen Rehbock, das Weibchen Geiß oder Ricke und das Junge Kitz. Kitze haben in den ersten Lebenswochen weiße Tupfen im Fell, so wie auf dem Schild. Beim Rothirsch heißt das Männchen Hirsch, das Weibchen Hirschkuh oder „Tier“ und das Junge Kalb.
Auch die Größe ist ganz unterschiedlich: Ein Reh wiegt etwa 15 bis 30 Kilogramm, ein ausgewachsener Rothirsch kann mehr als 200 Kilogramm auf die Waage bringen. Das Geweih tragen bei beiden nur die Männchen. Sie werfen es jedes Jahr ab und lassen es neu wachsen.
Wusstest du?
Das Reh ist die häufigste Hirschart in Österreich und lebt auch am Stadtrand von Wien.
Aufmerksam im Wald
Frage und Antwort zu dieser Station folgen in Kürze.
Gesundheit Wald

„Woher weißt du, ob eine Pflanze giftig ist?“
Ehrlich gesagt: Ansehen kann man es einer Pflanze nicht. Es gibt keine Faustregel nach Farbe, Geruch oder Geschmack. Manche giftigen Beeren sehen sehr appetitlich aus, und auch dass Vögel oder andere Tiere eine Pflanze fressen, heißt nicht, dass sie für uns Menschen ungefährlich ist.
Sicher bist du nur, wenn du eine Pflanze ganz genau kennst. Deshalb gilt: Iss nur, was du zu 100 Prozent sicher bestimmen kannst, und nimm im Zweifel nichts in den Mund. Ein bekanntes Beispiel ist der Bärlauch: Er wird immer wieder mit dem giftigen Maiglöckchen oder der Herbstzeitlose verwechselt.
Auf dem Schild ist der Waldmeister abgebildet. Er duftet herrlich und wird seit jeher für Bowle und Sirup verwendet. Aber auch in ihm steckt Cumarin, das beim Welken frei wird und in größeren Mengen Kopfschmerzen macht. Auch bei Heilpflanzen kommt es also auf die Menge an.
Wusstest du?
Im Notfall hilft die Vergiftungsinformationszentrale rund um die Uhr: 01 406 43 43.
Insekten

„Welches Insekt kann das 1.000-Fache des eigenen Körpergewichts bewegen?“
Ein Mistkäfer! Genauer gesagt ein kleiner Dungkäfer namens Stierkopf-Dungkäfer (Onthophagus taurus), der auch in Österreich vorkommt. In Versuchen konnte ein Männchen über 1.100-mal so viel ziehen, wie es selbst wiegt. Zum Vergleich: Ein Mensch müsste dafür sechs voll beladene Doppeldeckerbusse ziehen.
Diese Kraft brauchen die Käfer in ihren engen Gängen im Boden, wo sie mit Rivalen um die Weibchen rangeln. Mistkäfer sind außerdem wichtige Helfer: Sie vergraben Dung im Boden, düngen ihn so und lockern ihn auf.
Und wer ist auf dem Schild abgebildet? Die Gottesanbeterin. Sie ist zwar nicht die Stärkste, aber eine perfekte Lauerjägerin: Mit ihren Fangbeinen schnappt sie blitzschnell zu. In Österreich lebt sie auf warmen, trockenen Wiesen, auch in Wien.
Wusstest du?
Insekten sind die artenreichste Tiergruppe der Erde: Mehr als die Hälfte aller bekannten Tierarten sind Insekten.
Schmetterlinge

„Wozu dient das Muster auf den Flügeln der Schmetterlinge?“
Vor allem zum Schutz. Der Schmetterling auf dem Schild ist ein Tagpfauenauge. Wird es bedroht, klappt es plötzlich die Flügel auf und zeigt seine vier großen „Augen“. Für einen hungrigen Vogel sieht das aus wie das Gesicht eines viel größeren Tieres, und er erschrickt.
Die Unterseite seiner Flügel ist dagegen fast schwarz. Mit zusammengeklappten Flügeln sieht der Falter aus wie ein welkes Blatt und ist gut getarnt. Andere Schmetterlinge wie die Widderchen zeigen mit knalligen Farben: „Achtung, ich bin giftig!“
Die Muster helfen außerdem, Partner der eigenen Art zu erkennen. Dunkle Flügelstellen nehmen zudem Sonnenwärme auf. Die Farben selbst stammen von winzigen Schuppen, die wie Dachziegel auf den Flügeln liegen. Deshalb heißen Schmetterlinge auch „Schuppenflügler“.
Wusstest du?
Die Raupen des Tagpfauenauges fressen fast nur Brennnesseln. Schau dir dazu Station 9 an!
Bienen und Wildbienen

„Wie viele Bienenarten gibt es in Österreich?“
Rund 700! Die meisten Menschen denken bei „Biene“ nur an die Honigbiene, dabei ist sie nur eine einzige Art. Alle anderen sind Wildbienen, zum Beispiel Hummeln, Sandbienen, Mauerbienen oder Holzbienen. Weltweit sind über 20.000 Bienenarten bekannt.
Die meisten Wildbienen leben nicht in einem Staat, sondern allein, also solitär. Jedes Weibchen baut sein eigenes Nest und versorgt seine Brut selbst. Etwa drei Viertel aller Wildbienen nisten im Boden, am liebsten an offenen, sandigen und sonnigen Stellen, wie sie auf dem Schild gezeichnet sind. Andere nutzen hohle Pflanzenstängel, Totholz oder Mauerritzen.
Viele Wildbienen sind auf ganz bestimmte Blüten spezialisiert und deshalb unersetzliche Bestäuberinnen. Weil Nistplätze und Blumenwiesen verschwinden, ist ein großer Teil der Arten gefährdet. Wildblumen, offene Bodenstellen und Totholz helfen ihnen.
Wusstest du?
Wildbienen stechen fast nie. Ihr Stachel ist bei vielen Arten zu schwach, um die menschliche Haut zu durchdringen.
Vögel

„Kann ein Specht eine Gehirnerschütterung bekommen?“
Nach heutigem Wissen wohl nicht, obwohl er bis zu 20-mal pro Sekunde und viele tausend Mal am Tag mit dem Schnabel ins Holz hämmert. Beim Menschen würde schon ein Bruchteil davon für eine Gehirnerschütterung reichen.
Das Geheimnis liegt vor allem in der Größe: Das Gehirn des Spechts ist sehr klein und leicht und sitzt eng im Schädel, sodass es kaum hin- und herschwappen kann. Ein so kleines Gehirn verträgt viel stärkere Erschütterungen als unser großes, schweres Gehirn. Außerdem trifft der Schnabel das Holz meist sehr gerade, sodass der Kopf kaum verdreht wird.
Der Specht auf dem Schild ist ein Buntspecht, der häufigste Specht Österreichs. Erkennbar ist er am schwarz-weißen Gefieder und am leuchtend roten Unterschwanz. Mit dem Hämmern sucht er Insekten unter der Rinde, zimmert Bruthöhlen und trommelt im Frühling, um sein Revier abzustecken.
Wusstest du?
Spechte haben eine extrem lange Zunge. Ihr Zungenbein ist so lang, dass es sich über den Hinterkopf um den Schädel schlingt und erst vorne beim Schnabel endet.
Kräuter

„Warum brennen Brennnesseln?“
Wegen ihrer Brennhaare. Stängel und Blätter sind mit winzigen Härchen besetzt, die wie kleine Spritzen funktionieren. Ihre Spitze besteht aus Kieselsäure, also einem glasartigen Material, und bricht bei der leisesten Berührung schräg ab.
Die scharfe Bruchstelle sticht in die Haut, und der Inhalt des Haares wird hineingespritzt: ein Gemisch aus Stoffen wie Histamin, Acetylcholin und Serotonin. Das verursacht das Brennen, Jucken und die kleinen Quaddeln. Die Pflanze schützt sich so davor, gefressen zu werden.
Trotzdem ist die Brennnessel ein wertvolles Kraut: Junge Blätter kann man als Tee, Suppe oder wie Spinat zubereiten, denn beim Kochen oder Trocknen verlieren sie ihre Brennkraft. Und für Raupen von Tagpfauenauge, Kleinem Fuchs und Admiral ist sie die wichtigste Futterpflanze.
Wusstest du?
Aus den Fasern der Brennnessel wurde früher Stoff gewebt, das sogenannte Nesseltuch.
Weinbau
Frage und Antwort zu dieser Station folgen in Kürze.
Das Lehrpfad-Quiz
Hast du alle Stationen besucht und das nötige Hintergrundwissen gesammelt? Dann teste dich: 10 Fragen, tippe jeweils auf die richtige Antwort.
Frage 1 · Station 1
Was zeigt ein Jahresring im Baumstamm?
Frage 2 · Station 2
Wie heißt das Männchen des Rehs?
Frage 3 · Station 4
Woran erkennst du sicher, ob eine Pflanze giftig ist?
Frage 4 · Station 5
Welches Insekt kann über das 1.000-Fache seines Körpergewichts ziehen?
Frage 5 · Station 6
Wozu hat das Tagpfauenauge „Augen“ auf den Flügeln?
Frage 6 · Station 7
Wie viele Bienenarten gibt es ungefähr in Österreich?
Frage 7 · Station 7
Wo nisten die meisten Wildbienen?
Frage 8 · Station 8
Warum bekommt der Specht beim Hämmern keine Gehirnerschütterung?
Frage 9 · Station 9
Was verursacht das Brennen der Brennnessel?
Frage 10 · Station 9
Für welche Tiere ist die Brennnessel besonders wichtig?
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Der Biodiversitätslehrpfad Am Himmel wurde mit Unterstützung von Bund, Land Wien und Europäischer Union im Rahmen des Programms für Ländliche Entwicklung (LE 14-20) umgesetzt.
