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Foto: © Kuratorium Wald
Lebensräume · Porträt

Moore

Hochmoor, Übergangsmoor, Niedermoor — und alles, was dazwischen und darunter liegt. Der große Überblick über Österreichs nasseste und am stärksten unterschätzte Lebensräume.

Ein Moor entsteht, wo der Boden dauerhaft so nass ist, dass abgestorbene Pflanzenteile nicht vollständig zersetzt werden. Sauerstoffmangel bremst den Abbau, und was übrig bleibt, sammelt sich Schicht für Schicht als Torf. Das geht langsam — im Schnitt etwa einen Millimeter pro Jahr. Ein Meter Torf ist also rund tausend Jahre alt, ein fünf Meter mächtiger Moorkörper älter als jede Kulturlandschaft Europas.

Wie ein Moor aussieht, welche Arten darin leben und wie empfindlich es reagiert, hängt vor allem an einer Frage: Woher kommt das Wasser? Alles Weitere — Typ, Aufbau, Artengarnitur, Gefährdung — folgt aus dieser einen Größe.

Begriffe

Moor, Sumpf, Ried — was ist was?

Im Alltag werden die Begriffe munter vermischt. Fachlich trennt sie ein einziges Kriterium: ob sich Torf bildet oder nicht.

Moor

Nasser Standort, auf dem sich Torf bildet und dauerhaft ablagert. Die Torfschicht ist das entscheidende Kriterium — üblicherweise ab etwa 30 Zentimetern Mächtigkeit.

Sumpf

Zeitweise oder dauerhaft nass, aber ohne nennenswerte Torfbildung. Wechselnde Wasserstände und Sauerstoffeintrag lassen die Pflanzenreste zersetzen.

Bruch

Bewaldeter Nassstandort, meist auf Niedermoortorf — der Schwarz-Erlen-Bruchwald ist der klassische Vertreter.

Ried

Von Seggen und Binsen geprägte Nasswiese, oft auf Niedermoor. Als Streuwiese jahrhundertelang extensiv genutzt.

Filz, Moos, Au

Regionale Namen für Moore, die sich bis heute in Ortsnamen halten — Filzmoos, Ibmer Moos, Wildmoos. Wo so ein Name steht, lag fast immer ein Moor.

Torfmoor vs. Moorboden

Umgangssprachlich meint „Moor“ oft nur die nasse Fläche. Fachlich gehört der Torfkörper darunter zwingend dazu — er ist das Gedächtnis und der Speicher des Systems.

Nach der Wasserversorgung

Die drei Grundtypen

Lebt vom Regen · ombrotroph

Hochmoor

Ein Hochmoor bezieht sein Wasser ausschließlich aus Niederschlag — es hat den Kontakt zum Grundwasser verloren. Dadurch ist es extrem nährstoffarm und sauer. Torfmoose wachsen oben weiter, während sie unten vertorfen, bis sich der Torfkörper uhrglasförmig über die Umgebung wölbt.

Typische Arten: Torfmoose, Rundblättriger Sonnentau, Rosmarinheide, Moosbeere, Scheiden-Wollgras, Latsche, Moor-Birke

Beides zugleich · mesotroph

Übergangsmoor

Auch Zwischenmoor genannt. Es wird noch von mineralstoffhaltigem Grund- oder Hangwasser gespeist, bekommt seinen Nährstoffnachschub aber schon überwiegend aus dem Regen. Übergangsmoore sind Momentaufnahmen einer jahrhundertelangen Entwicklung und beherbergen Arten beider Welten.

Typische Arten: Schmalblättriges Wollgras, Schnabel-Segge, Fieberklee, Sumpf-Blutauge, Schwingrasen aus Torfmoosen

Lebt vom Grundwasser · minerotroph

Niedermoor

Ein Niedermoor liegt im Bereich des Grundwassers oder wird von Hang- und Oberflächenwasser durchströmt. Es ist deutlich nährstoffreicher und weniger sauer als ein Hochmoor, häufig kalkbeeinflusst — und war deshalb historisch als Erstes von Entwässerung betroffen.

Typische Arten: Davalls Segge, Schilf, Kopfbinse, Schwarz-Erle, Mehlprimel, Sumpf-Stendelwurz und weitere Orchideen

Zur Begriffsklärung: Umgangssprachlich hört man für das Niedermoor gelegentlich „Tiefmoor“. Fachlich gebräuchlich sind Hochmoor, Übergangsmoor und Niedermoor — „hoch“ und „nieder“ beschreiben dabei nicht die Seehöhe, sondern die Lage zum Grundwasser.

Aufbau

Ein Hochmoor von innen

Ein intaktes Hochmoor ist keine gleichförmige Fläche, sondern ein fein gegliedertes Kleinrelief. Jede Zone hat ihr eigenes Mikroklima — und ihre eigenen Arten.

Offene Moorfläche mit rostbraunen Torfmoosbulten vor dem Waldrand, Pürgschachen-Moor im Ennstal
Bulten und Schlenken im Pürgschachen-Moor, Ennstal. Foto: © Kuratorium Wald

Bulten

Erhöhte Torfmoospolster, wenige Dezimeter über dem Wasserspiegel. Trockener, wärmer, oft mit Zwergsträuchern bewachsen.

Schlenken

Die nassen Senken dazwischen, häufig wassergefüllt. Eigene Spezialisten wie Schlamm-Segge und Weißes Schnabelried siedeln nur hier.

Kolke und Moorwasser

Offene Wasserflächen im Moorkörper, tiefschwarz durch gelöste Huminstoffe. Lebensraum seltener Libellenarten.

Randgehänge

Der abfallende Rand der Moorwölbung, über den das überschüssige Regenwasser abfließt. Meist steiler und dichter bewachsen.

Randsumpf (Lagg)

Die nasse Rinne zwischen Moorkörper und Umland, in der sich Regen- und Hangwasser sammeln — der nährstoffreichste Teil des Systems.

Moorwald

Auf trockeneren Bereichen und am Rand stocken Latschen, Spirken, Moor-Birken oder Fichten. Verstärkt sich dieser Bewuchs, ist das oft das erste Zeichen einer Entwässerung.

Nach ihrer Entstehung

Wie ein Moor entsteht

Derselbe Grundtyp kann auf ganz verschiedenen Wegen entstanden sein. Die Entstehungsform verrät, wie ein Moor mit Wasser versorgt wird — und damit auch, was passiert, wenn man in diesen Wasserhaushalt eingreift.

Verlandungsmoor

Ein See wächst vom Ufer her zu: Pflanzenreste füllen ihn über Jahrtausende auf, bis aus dem Gewässer ein Moor wird.

Schwingrasenmoor

Eine schwimmende Vegetationsdecke aus Torfmoosen und Seggen wächst über offenes Wasser hinaus. Sie trägt — federt aber unter jedem Schritt und ist lebensgefährlich zu betreten.

Versumpfungsmoor

Steigendes Grundwasser durchnässt einen zuvor trockenen Mineralboden dauerhaft — die Vertorfung beginnt an Ort und Stelle.

Quellmoor

Ständig austretendes Quellwasser hält den Boden nass. Bei kalkreichem Wasser entstehen Kalkquellmoore mit Kalktuff — botanische Kleinode auf oft winzigen Flächen.

Durchströmungsmoor

Grundwasser fließt seitlich durch den Torfkörper hindurch und versorgt ihn laufend mit Mineralstoffen.

Hangmoor

An Hängen mit stauendem Untergrund und hohen Niederschlägen — im Alpenraum häufig, oft nur wenige Quadratmeter groß und leicht zu übersehen.

Kesselmoor

In abflusslosen Hohlformen, meist in Toteislöchern der Eiszeit. Klein, tief und häufig mit einem vollständigen Ringmuster der Vegetation.

Überflutungsmoor

In Auen und Flussniederungen, wo regelmäßige Überflutung den Boden nass hält und Feinsediment einträgt.

Deckenmoor

In extrem niederschlagsreichen, ozeanischen Lagen überzieht der Torf ganze Landschaften wie eine Decke — auch über Hänge hinweg. In Mitteleuropa sehr selten.

Moorwald

Kein eigener Entstehungsweg, sondern eine Ausprägung: Moore, auf denen Gehölze stocken — Latschenfilze, Spirken- und Moorbirkenwälder oder Schwarz-Erlen-Brüche. Genau hier trifft Moorschutz auf Forstwirtschaft.

Das Material

Torf — was da eigentlich liegt

Torf besteht zum größten Teil aus Wasser. Der feste Rest ist unvollständig zersetztes Pflanzenmaterial — und je nachdem, welche Pflanzen es waren, spricht man von unterschiedlichen Torfarten.

Bohrkern aus dem Moor in der Rinne eines Torfbohrers, entnommen bei der Moorkartierung
Bohrkern im Torfbohrer — so wird Mächtigkeit und Zersetzungsgrad bestimmt. Foto: © Kuratorium Wald

Weißtorf

Junger, wenig zersetzter Torfmoostorf aus den oberen Schichten eines Hochmoors. Hell, faserig, extrem saugfähig — und genau deshalb jahrzehntelang für Blumenerde abgebaut.

Schwarztorf

Älterer, stark zersetzter Torf aus den tieferen Lagen. Dunkel, dicht, kohlenstoffreich. Was hier über Jahrtausende gebunden wurde, ist bei Entwässerung binnen Jahrzehnten wieder in der Luft.

Seggen- und Schilftorf

Niedermoortorfe aus Seggenwurzeln und Schilfrhizomen — nährstoffreicher und schneller zersetzbar als Torfmoostorf.

Bruchwaldtorf

Enthält Holzreste von Erle, Birke oder Kiefer. Ein Blick in den Bohrkern verrät, welcher Wald hier vor tausend Jahren stand.

Artenvielfalt

Wer im Moor lebt

Nährstoffarmut, Nässe, Säure und Kälte sind für die meisten Arten unbewohnbar. Wer es trotzdem schafft, hat dafür einen hohen Preis an Spezialisierung gezahlt — und findet anderswo keinen Ersatzlebensraum.

Blühende Seggen und Wollgras im lichten Moorwald
Blühende Seggen im Moorwald, Mai. Foto: © Kuratorium Wald

Pflanzen

  • Torfmoose (Sphagnum) — über 30 Arten in Österreich, die eigentlichen Moorbildner
  • Rundblättriger und Langblättriger Sonnentau — fangen Insekten, um an Stickstoff zu kommen
  • Fettkraut und Wasserschlauch — die zwei weiteren fleischfressenden Moorpflanzen
  • Scheiden- und Schmalblättriges Wollgras — die weißen Fruchtschöpfe im Frühsommer
  • Rosmarinheide, Moosbeere, Rauschbeere, Glocken-Heide — Zwergsträucher der Bulten
  • Weißes Schnabelried und Schlamm-Segge — Spezialisten der nassen Schlenken
  • Mehlprimel, Fettblatt und zahlreiche Orchideen — typisch für kalkreiche Niedermoore

Tiere

  • Hochmoor-Perlmutterfalter und Hochmoor-Bläuling — an Moosbeere und Rauschbeere gebunden
  • Große Moosjungfer, Hochmoor-Mosaikjungfer und Arktische Smaragdlibelle an Kolken und Schlenken
  • Moorfrosch, dessen Männchen sich zur Laichzeit für wenige Tage blau färben
  • Kreuzotter, die die wärmenden Bulten als Sonnplätze nutzt
  • Bekassine, Braunkehlchen und Wiesenpieper in offenen Niedermooren
  • Birkhuhn in den Latschen- und Moorrandbereichen der Alpen
Warum sie zählen

Klein an Fläche, groß in der Wirkung

Luftbild des Zlaimmoores im Salzkammergut, eingebettet in Fichtenwald
Das Zlaimmoos im Salzkammergut aus der Luft — ein Speicher, der Jahrtausende gebraucht hat. Foto: © Kuratorium Wald

Kohlenstoffspeicher

Moore bedecken weltweit nur einen kleinen Bruchteil der Landfläche, speichern in ihrem Torf aber ein Vielfaches dessen, was in der Biomasse der Wälder steckt. Entwässert man sie, wird aus dem Speicher eine Quelle: Der Torf zersetzt sich und gibt seinen Kohlenstoff über Jahrzehnte wieder ab.

Wasserrückhalt

Ein intakter Moorkörper hält Niederschlag zurück und gibt ihn verzögert wieder ab. Das dämpft Hochwasserspitzen und stützt in Trockenphasen den Abfluss — Landschaftswasserhaushalt im Wortsinn.

Rückzugsraum

Nährstoffarmut, Nässe und Kälte lassen nur hochspezialisierte Arten zu. Viele davon sind Eiszeitrelikte, die in Österreich ausschließlich im Moor überdauert haben — und nirgendwo sonst hin ausweichen können.

Klimaarchiv

Im Torf bleiben Pollen, Samen und Holzreste jahrtausendelang erhalten. Moore sind damit ein Archiv der Vegetations- und Klimageschichte einer ganzen Landschaft — und der Nutzungsgeschichte des Menschen.

Kühlung und Klima vor Ort

Nasse Moorflächen verdunsten stark und kühlen ihre Umgebung. In einem heißer werdenden Klima ist das ein Effekt, der weit über die Moorfläche hinaus wirkt.

Nährstoffsenke

Moore halten Stickstoff und Phosphor zurück, bevor diese ins Grundwasser oder in Fließgewässer gelangen — eine Filterleistung, die kein technisches System so günstig erbringt.

Gefährdung

Was Mooren zusetzt

Der weitaus größte Teil der mitteleuropäischen Moore ist entwässert, abgetorft oder in seinem Wasserhaushalt gestört. Fast alle Ursachen laufen auf dieselbe Sache hinaus: fehlendes Wasser.

Tief eingeschnittener Entwässerungsgraben am Rand einer Moorfläche
Ein einziger Graben wie dieser kann den Wasserspiegel eines ganzen Moores absenken.
Luftbild einer Moorfläche mit deutlich sichtbaren Fahrspuren im Bestand
Aus der Luft werden Fahrspuren sichtbar — sie wirken im Moorkörper wie Gräben.

Foto: © Kuratorium Wald

Entwässerung

Der mit Abstand größte Faktor. Ein einziger Graben kann den Wasserspiegel eines ganzen Moores absenken — und wirkt oft weit über die entwässerte Fläche hinaus.

Torfabbau

Für Blumen- und Gartenerde wird bis heute Torf gewonnen. Wer torffreie Erde kauft, entzieht diesem Abbau unmittelbar die Grundlage.

Nährstoffeinträge

Dünger aus angrenzenden Flächen und Stickstoff aus der Luft kippen die Nährstoffarmut, auf die die Moorarten angewiesen sind. Konkurrenzstarke Allerweltsarten übernehmen.

Aufforstung und Gehölzsukzession

Bäume auf entwässertem Moor beschleunigen die Austrocknung zusätzlich — sie verdunsten und beschatten. Eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale.

Befahrung und Bodenverdichtung

Rückegassen und Fahrspuren zerschneiden den Wasserhaushalt und wirken wie Entwässerungsgräben. Im Wirtschaftswald der häufigste unbeabsichtigte Eingriff.

Klimawandel

Längere Trockenperioden senken den Moorwasserspiegel auch ohne Graben. Moore, die ohnehin am Rand ihres Wasserhaushalts stehen, verlieren zuerst.

Zerschneidung

Österreichs Moore sind meist klein und isoliert. Fällt eines aus, gibt es für viele Arten keinen Nachbarbestand, aus dem sie zurückkehren könnten.

Renaturierung

Wie Wiedervernässung funktioniert

Ein Moor lässt sich nicht in einer Saison reparieren. Aber der Wasserhaushalt lässt sich zurückholen — und der Rest folgt, wenn man ihm Jahrzehnte gibt.

Kartierung im Moorwald: Erhebung der Vegetation mit mobilem GIS-Gerät
Vor jeder Maßnahme steht die Erhebung: Kartierung im Moorwald. Foto: © Kuratorium Wald

Gräben schließen

Sohlschwellen, Spundwände oder Torfdämme stauen das Wasser zurück, bis es wieder im Moorkörper steht statt in der Vorflut.

Gehölze entnehmen

Auf entwässerten Flächen aufgekommene Bäume werden gezielt entfernt, um Verdunstung und Beschattung zu verringern.

Relief wiederherstellen

Abgetorfte Flächen werden so modelliert, dass sich Wasser flächig verteilt und Torfmoose wieder Fuß fassen können.

Nährstoffe fernhalten

Pufferstreifen und angepasste Nutzung im Einzugsgebiet verhindern, dass der Wiedervernässung Dünger hinterherläuft.

Beobachten und nachsteuern

Wasserstandspegel und Vegetationsaufnahmen zeigen über Jahre, ob die Maßnahme greift. Moorsanierung ist kein Projekt mit Enddatum.

Menschen mitnehmen

Ohne Grundeigentümer:innen und Bewirtschafter:innen geht nichts. Deshalb steht Wissensvermittlung bei uns am Anfang jeder Maßnahme, nicht am Ende.

Schutzstatus

Moore in der FFH-Richtlinie

Moore zählen zu den streng geschützten Lebensraumtypen des europäischen Schutzgebietsnetzes NATURA 2000. Ein Stern kennzeichnet prioritäre Lebensraumtypen — für ihren Erhalt trägt die EU besondere Verantwortung.

CodeLebensraumtypStatus
7110*Lebende Hochmooreprioritär
7120Noch renaturierungsfähige degradierte Hochmoore
7140Übergangs- und Schwingrasenmoore
7150Torfmoor-Schlenken (Rhynchosporion)
7210*Kalkreiche Sümpfe mit Schneidried (Cladium mariscus)prioritär
7220*Kalktuffquellen (Cratoneurion)prioritär
7230Kalkreiche Niedermoore
7240*Alpine Pionierformationen (Caricion bicoloris-atrofuscae)prioritär
91D0*Moorwälderprioritär
Verbreitung

Moore in Österreich

Österreichs Moore sind überwiegend klein, verstreut und liegen häufig im Wald. Genau das macht sie so leicht zu übersehen — und so leicht zu beschädigen.

Moorwiese im Ennstal vor bewaldeten Bergen
Moorfläche im Ennstal — eingebettet in eine intensiv genutzte Kulturlandschaft. Foto: © Kuratorium Wald

Salzkammergut und Nordalpen

Kesselmoore, Hochmoore und Moorwälder in den Becken und auf Verebnungen zwischen Traunsee, Ausseerland und Totem Gebirge.

Waldviertel und Böhmische Masse

Flache Hochmoore und Übergangsmoore auf saurem Kristallin, viele davon historisch abgetorft und heute in Sanierung.

Innviertel und Alpenvorland

Große Niedermoorkomplexe in eiszeitlichen Becken — das Ibmer Moos gilt als das größte zusammenhängende Moorgebiet Österreichs.

Alpine Lagen

Hang-, Quell- und Kleinstmoore oberhalb der Waldgrenze und in Karen, oft nur wenige Quadratmeter groß, aber botanisch außergewöhnlich.

Ennstal, Lungau und Steirisches Randgebirge

Talbodenmoore und Moorwälder, in denen wir seit Jahren kartieren und Zustandsdaten erheben.

Rheindelta und Bodenseeraum

Streuwiesen und Riedflächen auf Niedermoor — jahrhundertelang genutzt und nur durch fortgesetzte Pflege zu erhalten.

Im Gelände

Woran man ein Moor erkennt

Viele Moore sind klein, bewaldet und auf den ersten Blick kaum als solche zu erkennen — besonders im Wirtschaftswald. Hinweise geben ein federnder, nachgiebiger Boden, Torfmoospolster zwischen den Wurzeln, kümmernder Baumwuchs auf nassem Grund, Wollgras, Pfeifengras oder Seggenbulten sowie dunkles, huminstoffreiches Wasser in Fahrspuren und Gräben.

Rostbrauner Torfmoosteppich am Übergang von der Wiese zum Moorwald
Der rostbraune Torfmoosteppich am Wiesenrand verrät das Moor dahinter. Foto: © Kuratorium Wald

Wo solche Zeichen auftreten, entscheidet sich der Moorschutz nicht im Naturschutzgebiet, sondern in der alltäglichen Bewirtschaftung: bei der Wegführung, der Entwässerung, der Wahl der Maschinen. Genau dort setzt unsere Arbeit an.

Querverweis

Was wir für Moore tun

Moorschutz ist einer unserer Arbeitsschwerpunkte — von der Wissensvermittlung an Forstfachkräfte über die Kartierung sensibler Flächen bis zur Wiedervernässung entwässerter Standorte.

Die Baumeister der Moore

Ohne Torfmoose gäbe es kein Hochmoor. Wie diese unscheinbaren Pflanzen ganze Landschaften formen, lesen Sie im Porträt.

Zum Moose-Porträt

Selbst etwas tun

Der wirksamste Beitrag im Alltag ist unspektakulär: torffreie Blumen- und Gartenerde kaufen. Jeder Sack ohne Torf ist ein Stück Moor, das liegen bleibt.

Unsere Arbeit unterstützen

Moore brauchen einen langen Atem

Ein Moor wächst einen Millimeter im Jahr — Schutz und Sanierung denken in denselben Zeiträumen. Unterstützen Sie unsere Arbeit für Österreichs Moore.